Sonntag, 25. November 2012

Der 24-Stunden-Comic-Tag in Köln

...ich am zeichnen...
Es ist zwar schon wieder ein paar Wochen her, aber ich wollte euch auf alle Fälle noch etwas über den 24-Stunden-Comic-Tag, an dem ich in Köln teilgenommen habe, berichten. Bedauerlicherweise gab es diese Aktion nicht in Hannover. Deswegen musste ich extra nach Köln ins Köln Comic Haus reisen. Die Idee für dieses Event kommt von dem grandiosen Comic-Zeichner Scott McCloud. Ursprünglich war es als eine Mutprobe für seinen Freund Steve Bissette gedacht.

Das Ziel besteht darin in 24 Stunden einen vollständigen Comic mit 24 Seiten zu erstellen und das alles ohne Vorbereitungen wie Skript, Character Sheet und so weiter. Sobald die Uhr läuft, darf erst wieder aufgehört werden, wenn man fertig ist. Scott McCloud schreibt in seinem Buch „Comics machen“: Eine wunderbare Schocktherapie im Fall einer kreativen Blockade. Weit über 1000 Comic-Zeichner haben sich bisher daran versucht.

Ich wollte diese Erfahrung unbedingt mal machen, um zu sehen wie es ist unter Druck einen kompletten Comic zu zeichnen. Frisch gestärkt und gut ausgeschlafen (nach drei Stunden Zugfahrt) kam ich im Köln Comic Haus um ca. 11 Uhr an. Um 12 Uhr ging es los! Um 12 Uhr des darauffolgenden Tages musste der Comic fertig sein. Neben vielen anderen Zeichnern begann ich meinen Comic zu planen. Welche Story? Was für Charaktere tauchen auf? Szenerie? Als erstes dachte ich mir eine ziemlich simpel gestrickte Fantasy-Abenteuer-Story aus. Nichts weltbewegendes um es nicht all zu kompliziert zu machen. Der nächste Schritt bestand darin Thumbnails anzufertigen, damit ich die Aufteilung der Panels auf der Seite einschätzen konnte.

 Die Vorzeichnungen mit Bleistift folgten als nächstes. Zwischendurch machte ich selbstverständlich ab und zu Pausen um frische Luft zu schnappen oder etwas zu essen/trinken. Sehr wichtig um nicht nebenbei einzuschlafen xD. Nach 12 Stunden (also so um 0.00Uhr) zog ich die erste Zwischenbilanz und musste zu meinem eigenen Entsetzten feststellen, dass ich erst acht Seiten vorgescribbelt hatte, dabei hatte ich bis dahin sehr wenig Pausen gemacht. Ab diesem Zeitpunkt beschloss ich erstmal meine acht vorhandenen Seiten zu inken. So um 3, 4 Uhr Nachts war dann mein persönlicher Tiefpunkt. Da ging garnichts mehr...Müdigkeit, Hunger, Durst, Ideenlos...Doch ab 5 Uhr ging es wieder etwas aufwärts! Allerdings fühlte ich mich ab da so, als ob ich durch die Gegend schweben würde. Naja meine acht Seiten habe ich dann noch geinkt bekommen, aber den Comic komplett FERTIG gezeichnet bekommen, habe ich leider dann doch nicht.

Mein Fazit: AUF ALLE FÄLLE MAL MITMACHEN! Ist echt eine krasse Erfahrung, aber man lernt dadurch sehr gut, wie weit man gehen kann. Wie schnell bin ich unter Druck? Wie lange brauche ich für welchen Arbeitsschritt? Wie kann ich meine Arbeitsabläufe optimieren? Nächstes Jahr werde ich es bestimmt schaffen! Aber ich glaube dann werde ich das Zuhause machen und nicht extra dafür nach Köln fahren. ;)
Seite 5 des unvollendeten Comics

Kommentare:

  1. Respekt.
    Mir persönlich ist so ein 24 Stunden- Comic ja zu stressig - das Leben ist hart genug.

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  2. Wow, klingt spannend! Ich hätte wahrscheinlich nicht so lange durchgehalten ;)

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    1. Kannst es ja einfach mal ausprobieren bei dir daheim! ;) Musst ja nich extra nach Köln fahren deswegen ;) Kannst dann ja immer ein kleines Update machen wie weit du grade bist! ;)

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